Hitzeschutz im Büro: Klimaanlage, Lüftung und Technik


Die ersten warmen Tage sind da, und in vielen Büros kündigt sich an, was im Juli und August kommt: Ventilatoren auf jedem Schreibtisch, Jalousien auf halb acht, Diskussionen ums Fenster. Wer in einem Dachgeschoss oder hinter großen Glasfassaden arbeitet, weiß, wie schnell es unangenehm wird. Rechtzeitig vor der Hitze lohnt es sich deshalb, die Frage zu klären, wie Sie Ihr Büro kühlen können, und zwar so, dass es wirkt, erlaubt ist und die Stromrechnung nicht explodiert.

Was sagt die Arbeitsstättenregel?

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur“ gibt den Rahmen vor. Grundsätzlich soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen 26 °C nicht überschreiten. Liegt die Außentemperatur darüber und sind ausreichende Sonnenschutzmaßnahmen vorhanden, sind Überschreitungen möglich. Dann gilt eine Staffelung:

Raumtemperatur Was gilt
über 26 °C Der Arbeitgeber soll zusätzliche Maßnahmen ergreifen, etwa Lüften in den Morgenstunden, Lockerung der Kleiderordnung, Getränke bereitstellen, Gleitzeit nutzen.
über 30 °C Wirksame Maßnahmen müssen ergriffen werden, auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung.
über 35 °C Der Raum ist ohne besondere technische oder organisatorische Maßnahmen nicht als Arbeitsraum geeignet.

Für Beschäftigte mit gesundheitlichen Einschränkungen, Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen ist besondere Aufmerksamkeit geboten.

Büro kühlen ohne Klimaanlage: Die Sofortmaßnahmen

Bevor Sie über Klimageräte nachdenken, lohnt sich der Blick auf das, was die Wärme überhaupt ins Gebäude bringt. Oft lässt sich mit einfachen Mitteln viel erreichen:

  1. Außenliegender Sonnenschutz: Rollläden, Raffstores oder Markisen halten die Sonne ab, bevor sie das Glas erreicht. Innenliegende Jalousien helfen deutlich weniger, weil die Wärme dann schon im Raum ist.
  2. Richtig lüften: Früh am Morgen und abends querlüften, tagsüber Fenster geschlossen halten, wenn es draußen wärmer ist als drinnen.
  3. Nachtlüftung: Wo es Sicherheit und Gebäude erlauben, kühlt eine Lüftung über Nacht die Bausubstanz ab.
  4. Wärmequellen reduzieren: Rechner und Monitore in den Energiesparmodus, Drucker zentral statt am Platz, alte Glühlampen und Halogenstrahler durch LED ersetzen.
  5. Organisatorisch: Arbeitszeit früher beginnen, Homeoffice an Hitzetagen, Besprechungen in kühlere Räume verlegen.

Welche Klimageräte taugen?

Reichen die einfachen Maßnahmen nicht, kommt Technik ins Spiel. Die Unterschiede zwischen den Gerätetypen sind groß:

Gerät Vorteile Nachteile
Ventilator Günstig, sparsam, sofort einsetzbar Kühlt nicht, bewegt nur Luft
Mobiles Monoblock-Gerät mit Abluftschlauch Ohne Installation einsetzbar Laut, vergleichsweise ineffizient, warme Luft strömt über das gekippte Fenster wieder herein
Mobiles Split-Gerät Leiser und effizienter als Monoblock Außenteil muss irgendwo stehen, Leitung durchs Fenster
Fest installierte Split-Klimaanlage Leise, effizient, oft auch zum Heizen nutzbar Höhere Anschaffung, Installation durch Fachbetrieb, Abstimmung mit Vermieter

Für einzelne Hitzetage ist ein mobiles Gerät eine Notlösung. Wer jeden Sommer kämpft, ist mit einer fest installierten Anlage besser beraten. Die Arbeiten am Kältekreislauf übernimmt dabei ein Kälte- und Klimafachbetrieb mit entsprechender Zertifizierung.

Und im gemieteten Büro?

Viele Unternehmen sitzen zur Miete und können nicht einfach Außengeräte an die Fassade schrauben oder Löcher durch die Wand bohren. Hier ist ein frühes Gespräch mit dem Vermieter wichtig, am besten vor dem Sommer und nicht während der ersten Hitzewelle. Manche Vermieter sind offen für eine fest installierte Lösung, wenn sie fachgerecht ausgeführt wird, oder beteiligen sich sogar, weil gekühlte Flächen leichter zu vermieten sind. Wichtig: Die Verantwortung für erträgliche Bedingungen am Arbeitsplatz bleibt beim Arbeitgeber, auch wenn das Gebäude jemand anderem gehört. Wenn bauliche Lösungen nicht möglich sind, müssen organisatorische Maßnahmen umso konsequenter umgesetzt werden.

Die Elektrik: Oft der vergessene Engpass

Klimageräte ziehen ordentlich Strom. In älteren Büros sehen wir jeden Sommer das gleiche Bild: drei mobile Geräte an einem Stromkreis, dazu Kaffeemaschine und Wasserkocher, und mittags fliegt die Sicherung. Oder schlimmer, die Mehrfachsteckdose unter dem Schreibtisch wird heiß. Deshalb:

  • Klimageräte nicht über Mehrfachsteckdosen oder Kabeltrommeln betreiben
  • Prüfen lassen, ob der Stromkreis die zusätzliche Last trägt
  • Für fest installierte Anlagen einen eigenen, passend abgesicherten Stromkreis vorsehen
  • Mobile Geräte als ortsveränderliche Betriebsmittel in die regelmäßige Prüfung aufnehmen

Kühlen mit Sonnenstrom

Ein schöner Nebeneffekt: Wenn es am heißesten ist, scheint meist auch die Sonne am stärksten. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann einen großen Teil des Kühlbedarfs mit eigenem Strom decken. Mit einer intelligenten Steuerung läuft die Klimaanlage bevorzugt dann, wenn Überschuss da ist, und kühlt die Räume vor, bevor die Nachmittagshitze kommt.

Serverraum nicht vergessen

Während alle über das Büro reden, schwitzt im Keller oder in der Abstellkammer oft der Server. IT-Technik mag es kühl, hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer und können zu Ausfällen führen. Prüfen Sie, ob der Technikraum ausreichend belüftet oder gekühlt ist, und ob es eine Temperaturüberwachung gibt, die Alarm schlägt.

Checkliste vor dem Hochsommer

  • Außenliegender Sonnenschutz vorhanden und funktionsfähig?
  • Lüftungsregeln für Morgen und Abend vereinbart?
  • Gefährdungsbeurteilung um Hitze ergänzt?
  • Stromkreise für zusätzliche Geräte geprüft?
  • Mobile Klimageräte geprüft und ohne Mehrfachsteckdosen angeschlossen?
  • Serverraum gekühlt und überwacht?
  • Getränke und flexible Arbeitszeiten organisiert?

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten Ihr Büro für den Sommer fit machen, ohne dass die Sicherung kapituliert? Elektro-Sorglos prüft Ihre Elektroinstallation auf zusätzliche Lasten, legt eigene Stromkreise für Klimaanlagen, verbindet Kühlung und PV-Anlage intelligent und prüft Ihre Geräte nach DGUV Vorschrift 3. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

Teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis
  • Print
  • XING