Windows 7 ist für viele Unternehmen immer noch das Betriebssystem, das einfach läuft. Es ist vertraut, stabil und auf vielen Rechnern seit Jahren im Einsatz. Aber das Ende ist terminiert: Am 14. Januar 2020 stellt Microsoft den erweiterten Support ein. Danach gibt es für die breite Masse keine Sicherheitsupdates mehr. Das Windows 7 Supportende klingt noch weit weg, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, wie viel in einem Betrieb an einem Betriebssystemwechsel hängt. Unser Rat: Planen Sie jetzt, im Herbst 2018, dann wird es kein Stress.
Was das Supportende konkret bedeutet
Der allgemeine Support für Windows 7 ist bereits Anfang 2015 ausgelaufen. Seitdem liefert Microsoft nur noch Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen. Ab dem 14. Januar 2020 enden auch diese Sicherheitsupdates. Das heißt:
- Neu entdeckte Sicherheitslücken werden für normale Kunden nicht mehr geschlossen.
- Softwarehersteller werden nach und nach die Unterstützung für Windows 7 einstellen, etwa für Virenscanner, Browser oder Fachanwendungen.
- Neue Hardware und Peripheriegeräte werden zunehmend keine Treiber mehr für Windows 7 mitbringen.
- Wer personenbezogene Daten auf ungepatchten Systemen verarbeitet, wird sich mit Blick auf die Sicherheitsanforderungen der DSGVO schwertun.
Microsoft hat im September angekündigt, Unternehmenskunden mit Volumenlizenzverträgen kostenpflichtige erweiterte Sicherheitsupdates für Windows 7 bis Januar 2023 anzubieten, mit jährlich steigenden Preisen. Für die meisten kleinen Betriebe ist das eher eine teure Notlösung für einzelne Geräte als eine echte Alternative zur Umstellung.
Nicht nur Windows 7: weitere Termine im Blick behalten
| Produkt | Ende des erweiterten Supports |
|---|---|
| Windows 7 | 14. Januar 2020 |
| Windows Server 2008 und 2008 R2 | 14. Januar 2020 |
| Office 2010 | 13. Oktober 2020 |
Gerade die Server werden gern vergessen. Ein alter Windows Server 2008, der im Keller seit Jahren treu Dateien und Druckaufträge verteilt, hat dasselbe Problem wie die Arbeitsplätze. Planen Sie ihn gleich mit ein.
Der Fahrplan: In fünf Phasen zu Windows 10
Phase 1: Bestandsaufnahme (Herbst 2018)
Erfassen Sie alle Rechner mit Betriebssystem, Alter, Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte. Notieren Sie, welche Programme auf welchem Rechner laufen. Vergessen Sie Sondergeräte nicht: den PC an der Maschine, den Rechner am Empfang, das Notebook für Präsentationen.
Phase 2: Kompatibilität prüfen (Winter 2018/2019)
Fragen Sie bei den Herstellern Ihrer Fachanwendungen nach, ob und ab welcher Version Windows 10 unterstützt wird. Gerade bei Branchensoftware, Warenwirtschaft, Zeiterfassung oder Maschinensteuerung lauern die Überraschungen. Prüfen Sie auch Drucker, Scanner und Spezialgeräte.
Phase 3: Hardware-Entscheidung (Frühjahr 2019)
Nicht jeder alte Rechner lohnt ein Upgrade. Als Faustregel aus unserer Praxis: Geräte, die älter als etwa fünf Jahre sind oder noch eine klassische Festplatte statt einer SSD haben, ersetzen Sie besser. Neue Rechner kommen ohnehin mit Windows 10. Bei jüngeren Geräten kann ein Upgrade mit SSD und mehr Arbeitsspeicher eine günstige Alternative sein.
Phase 4: Pilot und Rollout (Frühjahr bis Herbst 2019)
Stellen Sie zuerst zwei oder drei Arbeitsplätze von Kollegen um, die gern Neues ausprobieren. Sammeln Sie deren Erfahrungen, passen Sie die Einstellungen an und rollen Sie dann in Wellen aus, zum Beispiel abteilungsweise. Rechnen Sie pro Arbeitsplatz mit Zeit für Datenübernahme, Programminstallation und eine kurze Einweisung.
Phase 5: Aufräumen (bis Ende 2019)
Alte Rechner sicher entsorgen, Festplatten löschen oder vernichten, Dokumentation aktualisieren. Und: Kontrollieren Sie, ob wirklich kein Windows-7-Gerät mehr im Netz hängt.
Was bei Windows 10 anders ist
Windows 10 ist kein Betriebssystem, das man installiert und dann jahrelang in Ruhe lässt. Microsoft liefert zweimal im Jahr größere Funktionsupdates aus, die jeweils nur eine begrenzte Zeit unterstützt werden. Für Unternehmen heißt das: Updates müssen geplant und gesteuert werden, damit nicht plötzlich während eines wichtigen Termins ein großes Update startet. Mit Windows 10 Pro und einer zentralen Update-Verwaltung lässt sich das gut organisieren.
Außerdem bringt Windows 10 Funktionen mit, die vielen Betrieben gut tun: eine integrierte Festplattenverschlüsselung in der Pro-Version, einen ordentlichen Virenschutz an Bord und bessere Unterstützung für moderne Hardware.
Und die Lizenzen?
Das kostenlose Upgrade-Angebot, mit dem Microsoft Windows 10 nach dem Start verteilt hat, ist offiziell im Juli 2016 ausgelaufen. Für bestehende Rechner brauchen Sie also in der Regel eine Windows-10-Lizenz. Prüfen Sie, welche Lizenzen Sie bereits haben, zum Beispiel über Volumenlizenzverträge, und kaufen Sie nur bei seriösen Händlern. Sehr günstige Lizenzschlüssel aus dubiosen Quellen sind häufig ein Problem und keine Ersparnis.
Checkliste für die Planung
- Liste aller PCs, Notebooks und Server mit Betriebssystem und Alter
- Liste aller Programme inkl. Fachanwendungen und Versionen
- Rückmeldung der Softwarehersteller zur Windows-10-Kompatibilität
- Entscheidung Upgrade oder Neugerät je Rechner
- Budget für Hardware, Lizenzen und Arbeitszeit im Haushalt 2019
- Pilotgruppe und Zeitplan für den Rollout
- Update-Strategie für Windows 10
- Plan für alte Server und Office 2010
Warum jetzt und nicht später?
Erfahrungsgemäß wird es zum Ende einer solchen Frist eng: bei IT-Dienstleistern, bei Lieferzeiten für Hardware und im eigenen Kalender. Wer jetzt plant, kann die Kosten auf zwei Haushaltsjahre verteilen, alte Geräte im normalen Austauschzyklus ersetzen und die Umstellung in ruhigere Monate legen. Das ist billiger und entspannter als eine Hauruckaktion im Dezember 2019.
Wir helfen Ihnen gerne
Sie möchten wissen, wie viele Ihrer Rechner betroffen sind und was die Umstellung kostet? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer erstellt Ihnen eine Bestandsaufnahme und einen realistischen Zeit- und Kostenplan und übernimmt auf Wunsch den kompletten Rollout. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




