Noch acht Tage. Am Dienstag, dem 14. Oktober 2025, liefert Microsoft das letzte reguläre Sicherheitsupdate für Windows 10 aus. Wir haben in den vergangenen Monaten hier und in vielen Kundengesprächen auf das Windows 10 Supportende am 14. Oktober hingewiesen. Trotzdem stehen in Mainzer Büros noch reichlich Rechner mit dem alten System. Wenn Sie dazugehören: keine Panik, aber bitte auch kein Weiter-so. Hier sind die letzten Hinweise, kompakt zusammengefasst.
Was am 14. Oktober passiert und was nicht
Zuerst die Entwarnung: Ihr Rechner geht am 15. Oktober nicht aus. Windows 10 startet weiter, Programme laufen, Dateien bleiben, wo sie sind. Was endet, ist der Nachschub an Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und technischem Support. Jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt ab dann offen. Und weil Angreifer genau das wissen, steigt das Risiko mit jedem Monat.
Einige Bausteine laufen noch etwas länger: Microsoft hat angekündigt, Virendefinitionen für den eingebauten Defender und Sicherheitsupdates für die Microsoft-365-Apps auf Windows 10 noch eine Weile zu liefern. Das ist eine Hilfe, ersetzt aber keine Updates für das Betriebssystem selbst.
Die drei Optionen für das Windows 10 Supportende
| Option | Für wen | Hinweis |
|---|---|---|
| Upgrade auf Windows 11 | Geräte, die die Hardwareanforderungen erfüllen | Kostenlos, vorher Datensicherung und Software-Kompatibilität prüfen |
| Neues Gerät | Ältere Rechner ohne TPM 2.0 oder mit zu alter CPU | Lieferzeiten und Einrichtung einplanen |
| Extended Security Updates (ESU) | Geräte, die noch nicht umgestellt werden können | Übergangslösung, kein Dauerzustand |
ESU: Die Gnadenfrist, kurz erklärt
Mit dem Programm „Extended Security Updates“ bekommen Windows-10-Geräte weiterhin kritische Sicherheitsupdates, allerdings nur diese, keine neuen Funktionen und keinen Support. Voraussetzung ist Windows 10 in der Version 22H2 mit allen bisherigen Updates. Die Bedingungen unterscheiden sich deutlich zwischen Privat- und Firmenkunden:
Privatnutzer
Für private Geräte läuft ESU ein Jahr, bis Oktober 2026. Microsoft bietet die Anmeldung über die Windows-Update-Einstellungen an. Ende September hat Microsoft angekündigt, dass Privatnutzer im Europäischen Wirtschaftsraum das Jahr ESU kostenlos bekommen; Voraussetzung ist die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto. Prüfen Sie in den Einstellungen unter „Windows Update“, ob Ihnen die Registrierung angeboten wird.
Unternehmen
Firmen können ESU kostenpflichtig pro Gerät erwerben, über Volumenlizenzierung oder Ihren Lizenzpartner, und zwar für bis zu drei Jahre. Der Preis steigt jedes Jahr. Für ein Unternehmen ist ESU deshalb vor allem eine Brücke für einzelne Geräte, etwa einen Rechner an einer Maschine, dessen Software nicht unter Windows 11 läuft. Für die ganze Flotte rechnet sich der Umstieg fast immer besser.
Die letzten Hinweise vor dem Stichtag
- Inventur machen: Welche Geräte laufen noch mit Windows 10? Denken Sie auch an den Rechner am Empfang, den Laptop im Außendienst und den PC an der Werkbank.
- Windows-11-Fähigkeit prüfen: Die App „PC-Integritätsprüfung“ zeigt, ob ein Gerät die Anforderungen erfüllt. Manchmal muss nur TPM im BIOS aktiviert werden.
- Datensicherung vor dem Upgrade: Klingt banal, wird aber genau dann vergessen, wenn es schnell gehen soll.
- Software und Drucker testen: Branchensoftware, Scanner und ältere Drucker sind die häufigsten Stolpersteine. Fragen Sie beim Hersteller nach Windows-11-Unterstützung.
- Für Ausnahmen ESU einplanen: Geräte, die nicht rechtzeitig umgestellt werden können, sollten in ESU aufgenommen und möglichst vom restlichen Netz getrennt werden.
- Keine Hacks: Anleitungen, mit denen Windows 11 auf nicht unterstützter Hardware installiert wird, funktionieren oft, sind aber für den Firmeneinsatz keine gute Idee. Updates sind dann nicht garantiert.
- Alte Geräte sicher entsorgen: Festplatten löschen oder vernichten lassen, bevor der Rechner den Betrieb verlässt.
Fragen, die wir gerade oft hören
Kostet das Upgrade auf Windows 11 etwas?
Für Geräte mit gültiger Windows-10-Lizenz, die die Anforderungen erfüllen, ist das Upgrade kostenlos. Kosten entstehen eher durch Arbeitszeit, Tests und gegebenenfalls neue Treiber oder Software-Versionen.
Reicht ein guter Virenscanner nicht aus?
Nein. Ein Virenscanner erkennt bekannte Schadsoftware, er schließt aber keine Lücken im Betriebssystem. Das ist ungefähr so, als würde man eine kaputte Haustür mit einer besonders lauten Klingel absichern.
Was ist mit Online-Banking und Kassensystemen?
Banken, Zahlungsdienstleister und Versicherer werden früher oder später erwarten, dass Geräte mit Kunden- oder Zahlungsdaten aktuelle Sicherheitsupdates bekommen. Gerade bei Kassen, Kartenterminals und Rechnern in der Buchhaltung sollten Sie deshalb nicht bis zum Schluss warten.
Was ist mit Windows 10 LTSC?
Einige Firmen und Maschinenbauer setzen die Sonderversionen „Enterprise LTSC“ oder „IoT Enterprise LTSC“ ein. Für diese Editionen gelten eigene, teils deutlich spätere Supportdaten. Schauen Sie im Zweifel im Lebenszyklus-Verzeichnis von Microsoft nach, welche Version Sie genau haben, bevor Sie in Hektik verfallen oder sich zu sicher fühlen.
Unser Rat in einem Satz
Wer jetzt noch Windows-10-Geräte im Betrieb hat, sollte bis zum 14. Oktober zumindest einen Plan haben: welche Geräte umgestellt werden, welche ersetzt werden und welche übergangsweise in ESU gehen. Der Umstieg selbst darf ein paar Wochen dauern. Ein Rechner ohne Updates und ohne Plan sollte es nicht.
Wir helfen Ihnen gerne
Ihnen läuft die Zeit davon, oder Sie wissen nicht, welche Geräte noch umgestellt werden müssen? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer macht mit Ihnen eine schnelle Bestandsaufnahme, übernimmt Upgrades auf Windows 11, beschafft und richtet neue Geräte ein und kümmert sich um ESU für die Ausnahmen. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




