„Wir müssten mal was mit Social Media machen.“ Diesen Satz hören wir in fast jedem Beratungsgespräch mit kleinen Betrieben. Meist folgt ein Seufzer, denn neben dem Tagesgeschäft bleibt kaum Zeit. Die gute Nachricht: Social Media für kleine Unternehmen muss nicht bedeuten, auf allen Kanälen täglich zu posten. Wer gezielt einen oder zwei Kanäle auswählt und dort regelmäßig präsent ist, erreicht mehr als jemand, der überall halbherzig auftaucht. Wir zeigen, welche Kanäle sich für wen lohnen.
Erst die Frage, dann der Kanal
Bevor Sie ein Profil anlegen, beantworten Sie drei Fragen:
- Wen wollen Sie erreichen? Endkunden in der Region, Geschäftskunden, Bewerber?
- Was wollen Sie erreichen? Bekanntheit, Anfragen, Kundenbindung, neue Mitarbeiter?
- Wie viel Zeit haben Sie wirklich? Eine Stunde pro Woche ist ehrlicher als „wir machen das nebenbei“.
Erst aus diesen Antworten ergibt sich, welcher Kanal passt.
Die wichtigsten Kanäle im Überblick
| Kanal | Gut für | Aufwand |
|---|---|---|
| Endkunden in der Region, Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk, Veranstaltungen | mittel | |
| Branchen mit starken Bildern: Gastronomie, Mode, Handwerk, Design | mittel, braucht gute Fotos | |
| Geschäftskunden und Fachkräfte im deutschsprachigen Raum | gering bis mittel | |
| Geschäftskunden, internationale Kontakte | gering bis mittel | |
| YouTube | Erklärvideos, Produktvorstellungen, Anleitungen | hoch |
| Schnelle Nachrichten, Branchen- und Pressekontakte | hoch, braucht Regelmäßigkeit | |
| Google My Business | Lokale Auffindbarkeit, Öffnungszeiten, Bewertungen | gering |
Facebook: Der Platzhirsch für lokale Betriebe
Facebook ist das größte soziale Netzwerk und für viele lokale Betriebe der naheliegende Start. Eine Unternehmensseite ist kostenlos, Kunden können Sie dort bewerten, Fragen stellen und Neuigkeiten verfolgen. Allerdings zeigt Facebook Beiträge von Unternehmensseiten längst nicht allen Fans an. Wer mehr Reichweite will, muss gute Inhalte liefern oder gezielt Werbung schalten, die sich übrigens sehr genau auf Region und Interessen eingrenzen lässt.
Instagram: Wenn Ihre Arbeit gut aussieht
Instagram lebt von Bildern. Wenn Ihre Produkte oder Ergebnisse fotogen sind, etwa ein frisch renoviertes Bad, eine Torte oder ein neu gestalteter Garten, ist Instagram ein starker Kanal, besonders für jüngere Zielgruppen. Ohne regelmäßige, gute Fotos funktioniert es aber nicht.
XING und LinkedIn: Für Geschäftskunden und Bewerber
Wer an andere Unternehmen verkauft, findet seine Ansprechpartner eher auf XING, das im deutschsprachigen Raum stark verbreitet ist, oder auf LinkedIn mit seinem internationalen Netzwerk. Hier zählen vor allem gepflegte persönliche Profile der Geschäftsführung und der Vertriebsmitarbeiter. Auch für die Suche nach Fachkräften sind beide Netzwerke interessant.
Google My Business: Der unterschätzte Pflichtkanal
Streng genommen kein soziales Netzwerk, aber für lokale Betriebe oft wichtiger als jede Facebook-Seite. Ein vollständiger Eintrag mit Öffnungszeiten, Fotos und Telefonnummer sorgt dafür, dass Sie bei Google Maps und in der lokalen Suche gut gefunden werden. Der Aufwand ist gering, der Nutzen groß.
Was soll ich posten?
Die größte Hürde ist oft nicht die Technik, sondern die Frage nach Inhalten. Ideen, die bei kleinen Betrieben gut funktionieren:
- Blick hinter die Kulissen: das Team, die Werkstatt, ein normaler Arbeitstag
- Vorher-nachher-Bilder von Projekten, mit Zustimmung der Kunden
- Praktische Tipps aus Ihrem Fachgebiet
- Neuigkeiten: neue Mitarbeiter, neue Produkte, Jubiläen
- Stellenanzeigen und Ausbildungsplätze
- Veranstaltungen und Aktionen in der Region
Unsere Faustregel: überwiegend nützliche oder unterhaltsame Inhalte und nur gelegentlich direkte Werbung. Niemand folgt einer Seite, die nur Sonderangebote postet.
Wie viel Zeit ist realistisch?
Eine ehrliche Planung schützt vor Frust. Für einen einzelnen Kanal mit einem Beitrag pro Woche sollten Sie inklusive Fotos, Text und Antworten auf Kommentare mit ein bis zwei Stunden pro Woche rechnen. Wer Videos produziert, braucht deutlich mehr. Hilfreich ist, Beiträge zu bündeln: Einmal im Monat eine Stunde für Fotos und Texte, dann werden die Beiträge über die Wochen verteilt veröffentlicht. Viele Plattformen erlauben es, Beiträge im Voraus zu planen.
Und wenn die Zeit gar nicht reicht? Dann ist ein gepflegter Eintrag bei Google besser als eine Facebook-Seite, deren letzter Beitrag ein Jahr alt ist.
Rechtliches nicht vergessen
Auch Unternehmensseiten in sozialen Netzwerken brauchen ein leicht erreichbares Impressum, am besten mit einem direkten Link auf das Impressum Ihrer Website. Achten Sie bei Fotos auf Bildrechte und die Einwilligung der abgebildeten Personen, und lassen Sie Mitarbeiter nicht ungefragt im Firmenauftritt erscheinen. Wer Gewinnspiele veranstaltet, muss die Regeln der jeweiligen Plattform beachten.
So starten Sie mit wenig Zeit
- Einen Kanal auswählen, höchstens zwei.
- Profil vollständig ausfüllen: Logo, Titelbild, Beschreibung, Kontaktdaten, Impressum.
- Einen einfachen Redaktionsplan anlegen, zum Beispiel ein Beitrag pro Woche.
- Eine verantwortliche Person benennen, mit Vertretung.
- Auf Kommentare und Nachrichten zeitnah antworten, auch auf kritische.
- Nach drei Monaten auswerten: Was hat funktioniert, was nicht?
Unser Fazit
Kleine Betriebe müssen nicht überall sein, aber dort, wo ihre Kunden sind. Für viele lokale Betriebe ist das eine Kombination aus Google My Business und Facebook oder Instagram, für Unternehmen mit Geschäftskunden eher XING oder LinkedIn. Lieber ein Kanal, der regelmäßig gepflegt wird, als fünf verwaiste Profile, die eher schaden als nützen.
Wir helfen Ihnen gerne
Sie möchten mit Social Media starten oder Ihre bestehenden Kanäle besser nutzen? Das Marketing-Team der Mittelstandsoptimierer hilft Ihnen bei der Auswahl der Kanäle, beim Einrichten der Profile und beim Redaktionsplan. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




