Sie kennen das von sich selbst: Sie tippen auf einen Suchtreffer, die Seite baut sich auf, und auf, und auf. Nach ein paar Sekunden gehen Sie zurück und nehmen den nächsten Treffer. Genau das tun Ihre Kunden auch. Eine langsame Website kostet Anfragen, und seit vergangenem Sommer auch ganz offiziell Sichtbarkeit bei Google. Wer die Website-Ladezeit verbessern will, muss kein Programmierer sein, aber er sollte wissen, wo die typischen Bremsen sitzen.
Warum die Geschwindigkeit so wichtig geworden ist
Drei Entwicklungen haben das Thema in den letzten Monaten nach oben gespült:
- Mobile Nutzung: Ein großer Teil der Besucher kommt heute über das Smartphone, oft unterwegs mit wechselnder Netzqualität. Was am Bürorechner mit schneller Leitung flott wirkt, ist im Zug zwischen Mainz und Frankfurt eine Geduldsprobe.
- Mobile-First-Index: Google stellt seit dem vergangenen Jahr schrittweise darauf um, für die Bewertung von Websites vorrangig die mobile Version heranzuziehen.
- Speed-Update: Seit Juli 2018 berücksichtigt Google die Ladegeschwindigkeit ausdrücklich auch bei der Platzierung in der mobilen Suche. Besonders langsame Seiten können dadurch zurückfallen.
Hinzu kommt der Eindruck: Eine träge Website wirkt veraltet, und dieser Eindruck färbt auf das Unternehmen ab.
Erst messen, dann handeln
Bevor Sie optimieren, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Kostenlose Werkzeuge helfen dabei:
| Werkzeug | Was es zeigt |
|---|---|
| Google PageSpeed Insights | Bewertung für Mobil und Desktop, konkrete Verbesserungsvorschläge, seit Kurzem auf Basis von Lighthouse |
| Lighthouse (in den Entwicklerwerkzeugen von Chrome) | Detaillierte Prüfung von Leistung, Barrierefreiheit und Best Practices |
| WebPageTest | Test von verschiedenen Standorten und Verbindungen, Wasserfalldiagramm aller geladenen Dateien |
| Google Search Console | Hinweise zur mobilen Nutzbarkeit und zu Problemen aus Sicht von Google |
Ein Tipp: Lassen Sie sich nicht von der Punktzahl allein verrückt machen. Entscheidend ist, wie schnell der sichtbare Inhalt erscheint und wann die Seite bedienbar ist. Testen Sie außerdem nicht nur die Startseite, sondern auch die Seiten, über die Kunden am häufigsten kommen.
Die typischen Bremsen
Zu große Bilder
Der Klassiker schlechthin. Ein Foto direkt aus der Kamera mit mehreren Megabyte, das im Browser auf 600 Pixel Breite verkleinert wird, ist bei unseren Analysen die häufigste Ursache für langsame Seiten. Bilder sollten vor dem Hochladen auf die tatsächlich benötigte Größe gebracht und komprimiert werden. Moderne Formate wie WebP sparen zusätzlich, werden aber noch nicht von allen Browsern unterstützt, deshalb braucht es dann eine Ausweichlösung.
Zu viele Plugins und Skripte
Slider, Kartendienste, Chat-Fenster, Social-Media-Widgets, drei verschiedene Statistik-Werkzeuge: Jedes Element lädt zusätzliche Dateien, oft von fremden Servern. Misten Sie aus. Was niemand nutzt, fliegt raus.
Langsamer Server
Das günstigste Hosting-Paket ist nicht immer das wirtschaftlichste. Wenn der Server schon für die erste Antwort lange braucht, hilft keine Bildoptimierung. Achten Sie auch auf die Software: PHP 5.6 bekommt seit Ende 2018 keine Sicherheitsupdates mehr. Ein Umstieg auf eine aktuelle PHP-7-Version ist aus Sicherheitsgründen ohnehin fällig und macht viele Websites spürbar schneller.
Fehlendes Caching und fehlende Komprimierung
Ohne Caching wird jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammengebaut. Ein Seiten-Cache, Browser-Caching für Bilder und Stylesheets sowie die Komprimierung der übertragenen Daten auf dem Server sind Standardmaßnahmen mit großer Wirkung.
Webfonts und Theme-Ballast
Viele Themes laden fünf Schriftschnitte, drei Icon-Bibliotheken und Funktionen, die gar nicht genutzt werden. Beschränken Sie sich auf das Nötige und binden Sie Schriften, wo möglich, vom eigenen Server ein. Das hilft auch beim Datenschutz.
Checkliste: Website-Ladezeit verbessern
- Ist-Stand mit PageSpeed Insights und WebPageTest messen, Ergebnisse notieren.
- Bilder auf passende Größe bringen und komprimieren, große Bildergalerien mit Nachladen beim Scrollen versehen.
- Unnötige Plugins, Skripte und externe Dienste entfernen.
- Seiten-Cache und Browser-Caching aktivieren.
- Komprimierung auf dem Server einschalten.
- Aktuelle PHP-Version und HTTP/2 nutzen, was in der Regel HTTPS voraussetzt.
- Schriften und Theme-Funktionen auf das Nötige reduzieren.
- Hosting prüfen, gegebenenfalls wechseln.
- Erneut messen und Ergebnisse vergleichen.
Und was ist mit AMP?
Manche Kunden fragen uns nach AMP, einer von Google angestoßenen Technik für besonders schnell ladende mobile Seiten. AMP stammt aus dem Umfeld von Nachrichtenseiten und bringt eigene Regeln und Einschränkungen mit. Für eine typische Firmenwebsite ist das aus unserer Sicht meist unnötiger Aufwand. Eine sauber gebaute, schlanke Website mit optimierten Bildern und gutem Hosting erreicht in der Regel ebenfalls sehr gute Ladezeiten, ohne dass Sie zwei Versionen Ihrer Seiten pflegen müssen.
Geschwindigkeit ist kein einmaliges Projekt
Websites werden mit der Zeit langsamer: Hier ein neues Plugin, dort ein großes Bild im Blogbeitrag, irgendwann ein zusätzliches Statistik-Werkzeug. Legen Sie deshalb fest, dass die Ladezeit regelmäßig gemessen wird, etwa einmal im Quartal, und dass jede neue Funktion vor dem Einbau kurz auf ihre Kosten in Sekunden geprüft wird.
Was eine schnelle Seite bringt
Zahlen aus fremden Studien möchten wir hier nicht nachbeten, denn jede Website und jede Zielgruppe ist anders. Unsere Erfahrung aus Projekten ist aber eindeutig: Nach einer Optimierung sinkt in vielen Fällen der Anteil der Besucher, die sofort wieder abspringen, und es kommen mehr Anfragen über das Kontaktformular. Messen Sie es selbst: Notieren Sie Absprungrate und Anfragen vor der Optimierung und vergleichen Sie nach einigen Wochen.
Wir helfen Ihnen gerne
Ihre Website ist zu langsam, und Sie wissen nicht, woran es liegt? Das Web-Team der Mittelstandsoptimierer analysiert Ihre Seite, setzt die Optimierungen um und sorgt dafür, dass Ihre Kunden nicht mehr warten müssen. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




