PV und Speicher 2026: Lohnt sich die Investition noch?


„Lohnt sich das überhaupt noch?“ Diese Frage hören wir zu Photovoltaik inzwischen häufiger als „Was kostet das?“. Kein Wunder: Die Einspeisevergütung für neue kleine Anlagen liegt unter 8 Cent pro Kilowattstunde, seit 2025 gelten neue Regeln für Zeiten mit negativen Strompreisen, und in der Politik wird über die Zukunft der Förderung diskutiert. Gleichzeitig sind Module und Batteriespeicher deutlich günstiger geworden als noch vor wenigen Jahren. Wir sortieren, was für PV und Speicher 2026 gilt, und zeigen, wie Sie selbst ehrlich rechnen.

Was sich für PV und Speicher 2026 geändert hat

Einspeisen lohnt kaum noch, selbst verbrauchen umso mehr

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Eine Photovoltaikanlage rechnet sich heute fast nur noch über den Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ersetzt Strom aus dem Netz, der für Haushalte und kleine Betriebe deutlich über 30 Cent kostet. Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt dagegen nur wenige Cent. Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten ist der eigentliche Gewinn.

Das Solarspitzengesetz

Seit Ende Februar 2025 gelten für neue Anlagen einige Neuerungen. Für Zeiten, in denen der Börsenstrompreis negativ ist, gibt es keine Einspeisevergütung. Diese Zeiten werden am Ende der Förderdauer angehängt. Solange kein intelligentes Messsystem eingebaut ist, darf eine neue Anlage zudem nur einen Teil ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Für Anlagen mit hohem Eigenverbrauch oder mit Speicher ist das meist gut verkraftbar, für reine Einspeiseanlagen ist es ein Nachteil.

Steuerliche Erleichterungen

Seit 2023 gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt peak auf oder an Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Auch Speicher sind davon erfasst. Für viele kleine Anlagen entfällt zudem die Einkommensteuer auf die Erträge. Klären Sie die Details für Ihren Fall mit Ihrer Steuerberatung, gerade bei gewerblicher Nutzung.

Flexible Tarife und steuerbare Verbraucher

Stromanbieter müssen inzwischen dynamische Tarife anbieten, deren Preis sich nach der Börse richtet. Wer einen Speicher, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hat, kann günstige Stunden gezielt nutzen. Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen gibt es zudem reduzierte Netzentgelte, wenn der Netzbetreiber sie im Notfall drosseln darf.

So rechnen Sie selbst

Statt pauschaler Renditeversprechen empfehlen wir eine einfache, ehrliche Rechnung in fünf Schritten:

  1. Ertrag schätzen: Wie viele Kilowattstunden erzeugt die Anlage pro Jahr? Das hängt von Größe, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Ein seriöser Anbieter rechnet das standortgenau.
  2. Eigenverbrauch ermitteln: Welcher Anteil davon wird direkt genutzt? Ohne Speicher ist das in Privathaushalten häufig nur ein kleinerer Teil, grob ein Viertel bis ein Drittel. Betriebe, die tagsüber Strom brauchen, liegen oft deutlich höher.
  3. Ersparnis berechnen: Eigenverbrauch mal Ihr Strompreis, plus Einspeisung mal Vergütung.
  4. Kosten gegenüberstellen: Anschaffung, Montage, Zählerumbau, Wartung, Versicherung und gegebenenfalls ein Wechselrichtertausch nach einigen Jahren.
  5. Speicher getrennt bewerten: Wie viele zusätzliche Kilowattstunden verschiebt der Speicher pro Jahr vom Tag in den Abend? Nur diese Menge bringt den Mehrwert des Speichers.

Wann sich ein Speicher lohnt, und wann nicht

Situation Speicher sinnvoll?
Haushalt, tagsüber niemand zu Hause, abends hoher Verbrauch meist ja
Wärmepumpe oder Elektroauto, das abends geladen wird oft ja, gute Steuerung vorausgesetzt
Büro oder Werkstatt mit Verbrauch hauptsächlich tagsüber oft nicht nötig, Strom wird direkt genutzt
Sehr niedriger Stromverbrauch eher nicht, der Speicher wird selten voll genutzt
Wunsch nach Notstrom bei Netzausfall nur mit ausdrücklich notstromfähigem System

Ein häufiger Irrtum: Ein Speicher allein macht nicht unabhängig vom Netz. Im Winter reicht der Solarstrom ohnehin selten. Und nicht jeder Speicher liefert bei einem Stromausfall automatisch Strom, das muss gezielt geplant und vom Elektriker eingerichtet werden.

Und das Balkonkraftwerk?

Für Mieter oder als Einstieg sind Steckersolargeräte eine interessante Alternative. Seit 2024 sind die Regeln deutlich einfacher: Bis 800 Watt Wechselrichterleistung genügt die Registrierung im Marktstammdatenregister. Weil fast der gesamte Strom direkt im Haushalt verbraucht wird, amortisieren sich solche Geräte oft vergleichsweise schnell. Ein Speicher lohnt sich hier allerdings selten, und die Befestigung am Balkon sollte sturmsicher sein.

Betriebe: Oft die besseren Kandidaten

Für Gewerbebetriebe sieht die Rechnung häufig besser aus als für Privathaushalte. Werkstätten, Kühlräume, Büros mit Klimaanlage oder Betriebe mit Elektrofahrzeugen verbrauchen Strom genau dann, wenn die Sonne scheint. Der Eigenverbrauch ist hoch, der Speicher oft verzichtbar. Wichtig sind hier eine saubere Planung der Anschlussleistung, die Abstimmung mit dem Netzbetreiber und die Einbindung in die regelmäßige Elektroprüfung.

Was politisch noch kommen kann

Über die künftige Förderung kleiner Solaranlagen wird diskutiert. Für bereits in Betrieb genommene Anlagen gilt in der Regel die Vergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt war, für die gesamte Förderdauer. Wer plant, sollte sich daher nicht von Gerüchten treiben lassen, sondern prüfen, welche Regeln zum geplanten Inbetriebnahmezeitpunkt gelten. Eine gute Anlage rechnet sich über den Eigenverbrauch, nicht über die Einspeisevergütung.

Checkliste vor der Entscheidung

  • Stromverbrauch der letzten Jahre und Tagesprofil bekannt?
  • Dach geprüft: Zustand, Statik, Ausrichtung, Verschattung
  • Zählerschrank und Hausanschluss für die Erweiterung geeignet?
  • Mehrere Angebote mit nachvollziehbarer Ertrags- und Eigenverbrauchsberechnung
  • Speicher getrennt kalkuliert, nicht pauschal mitverkauft
  • Wartung, Versicherung und Prüfung der Anlage eingeplant
  • Steuerliche Fragen mit der Steuerberatung geklärt

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten wissen, ob sich PV und Speicher für Ihr Haus oder Ihren Betrieb lohnen? Elektro-Sorglos plant Photovoltaikanlagen und Speicher, prüft vorher Zählerschrank und Hausanschluss, rechnet ehrlich mit Ihren Verbrauchsdaten und kümmert sich anschließend um Wartung und Elektroprüfung. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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