„Wir sind jetzt auch bei Instagram“, sagt der Kunde stolz und zeigt uns sein Profil: drei Fotos vom Firmenschild, ein Flyer als Bild und ein verwackelter Schnappschuss von der Weihnachtsfeier. Kommt Ihnen bekannt vor? Instagram für Unternehmen funktioniert anders als eine Website oder eine Anzeige. Hier zählt das Bild, und zwar das, das beim Wischen durch den Feed hängen bleibt. Unsere Tipps zeigen, welche Fotos funktionieren und wie Sie mit wenig Aufwand regelmäßig gute Inhalte bekommen.
Warum Instagram für Unternehmen interessant ist
Instagram ist längst nicht mehr nur die Plattform für Urlaubsfotos und Frühstücksbilder. Viele Menschen nutzen die App, um lokale Läden, Restaurants, Handwerker oder Arbeitgeber zu entdecken. Gerade für Betriebe mit sichtbaren Ergebnissen, etwa Schreiner, Friseure, Gastronomen, Gärtner oder Einzelhändler, ist das eine große Chance. Und auch für die Suche nach Auszubildenden ist ein lebendiges Profil inzwischen ein echtes Argument.
Unsere Instagram-Tipps: Fotos, die funktionieren
1. Menschen statt Firmenschild
Ein Gesicht zieht mehr Aufmerksamkeit als ein Gebäude. Zeigen Sie Ihr Team bei der Arbeit, den Meister an der Werkbank, die Kollegin im Kundengespräch. Natürlich nur mit Einverständnis der Abgebildeten, dazu unten mehr.
2. Vorher und nachher
Das alte Bad und das neue, der verwilderte Garten und der fertige, die Rohware und das Ergebnis. Solche Gegenüberstellungen funktionieren fast immer, weil sie in einem Blick zeigen, was Sie können. Instagram erlaubt mehrere Bilder in einem Beitrag, ideal für diese Form.
3. Details und Hände
Nahaufnahmen von Material, Werkzeug und Handgriffen wirken hochwertig und erzählen vom Handwerk. Eine Hand, die eine Naht prüft oder Teig formt, sagt oft mehr als ein Übersichtsfoto.
4. Blick hinter die Kulissen
Der Aufbau am Morgen, die Lieferung, die Vorbereitung für ein großes Projekt: Was für Sie Alltag ist, ist für Ihre Kunden spannend. Diese Bilder müssen nicht perfekt sein, sie dürfen echt wirken.
5. Lokaler Bezug
Ihr Lieferwagen vor dem Dom, die Mittagspause am Rheinufer, der Stand auf dem Wochenmarkt: Wer lokal Kunden sucht, sollte zeigen, wo er zu Hause ist. Das schafft Nähe und Wiedererkennung.
Technik: Gute Fotos ohne Profiausrüstung
Ein aktuelles Smartphone reicht für Instagram völlig aus. Entscheidend sind ein paar Grundregeln:
- Licht: Tageslicht von der Seite ist am schönsten. Vermeiden Sie grelles Mittagslicht und Gegenlicht vom Fenster hinter der Person.
- Linse putzen: Klingt banal, ist aber der häufigste Grund für milchige Bilder.
- Ruhig halten: Ellenbogen an den Körper oder das Handy irgendwo abstützen.
- Aufräumen: Kaffeebecher, Kabel und Kartons im Hintergrund lenken ab.
- Nicht digital zoomen: Lieber näher rangehen.
- Dezent bearbeiten: Helligkeit und Kontrast anpassen ist gut, starke Filter wirken schnell billig.
Welche Formate gibt es?
| Format | Seitenverhältnis | Wofür geeignet |
|---|---|---|
| Beitrag quadratisch | 1:1 | Klassiker, wirkt ruhig im Profilraster |
| Beitrag hochkant | 4:5 | Nimmt im Feed mehr Platz ein, gut für Personen |
| Story | 9:16 | Schnelle, spontane Einblicke, verschwinden nach 24 Stunden |
| Mehrere Bilder in einem Beitrag | einheitlich | Vorher-nachher, Schritt-für-Schritt |
Unser Tipp: Hochkant fotografieren, wenn Sie unsicher sind. Daraus lässt sich ein quadratisches Bild zuschneiden, umgekehrt wird es schwierig.
Texte und Hashtags
Auch wenn das Bild zählt, der Text darunter entscheidet oft, ob jemand reagiert. Schreiben Sie, was zu sehen ist und warum es interessant ist, und stellen Sie gern eine Frage. Hashtags helfen, gefunden zu werden. Mischen Sie allgemeine Begriffe zu Ihrer Branche mit lokalen Hashtags wie dem Namen Ihrer Stadt oder Region. Die Liste muss nicht endlos sein, passende Hashtags sind wichtiger als viele.
Rechtliches nicht vergessen
- Personen auf Fotos: Holen Sie vorher eine Einwilligung ein, bei Mitarbeitenden am besten schriftlich. Kundinnen und Kunden sollten Sie nur mit ausdrücklicher Zustimmung zeigen.
- Fremde Bilder: Fotos aus dem Internet dürfen Sie nicht einfach übernehmen. Auch beim Teilen von Bildern anderer Nutzer gilt: lieber nachfragen.
- Impressum: Ein Unternehmensprofil braucht einen leicht erreichbaren Link zum Impressum, zum Beispiel über die Website in der Profilbeschreibung.
Typische Fehler, die wir oft sehen
- Flyer, Plakate oder Preislisten als Bild posten: Auf dem kleinen Bildschirm kann das niemand lesen.
- Stockfotos, die man von hundert anderen Profilen kennt.
- Nur Werbung, keine Geschichten: Wer ausschließlich Angebote zeigt, wird schnell überwischt.
- Kommentare unbeantwortet lassen: Instagram ist ein Gespräch, keine Litfaßsäule.
- Ein Privatprofil statt eines Unternehmensprofils, dann fehlen Statistiken und Kontaktknopf.
Regelmäßigkeit schlägt Perfektion
Das beste Profil nützt nichts, wenn alle drei Monate ein Bild kommt. Planen Sie realistisch, etwa zwei Beiträge pro Woche. Bestimmen Sie im Team jemanden, der Fotos sammelt, und legen Sie einen Ordner auf dem Firmenhandy an. Wer bei der Arbeit nebenbei ein paar Bilder macht, hat am Freitag genug Material für die nächste Woche. Und schauen Sie in die Statistiken, die Instagram bei Unternehmensprofilen anbietet: Welche Beiträge kamen gut an? Davon machen Sie mehr.
Wir helfen Ihnen gerne
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