Smartphones, soziale Netzwerke, E-Mail-Signaturen: Man könnte meinen, die gute alte Visitenkarte habe ausgedient. Unsere Erfahrung sagt etwas anderes. Auf Messen, bei Netzwerktreffen in Mainz und im ersten Kundengespräch wird sie nach wie vor überreicht, und sie wird angeschaut. Umso ärgerlicher, wenn sie unlesbar, überladen oder auf dünnem Papier gedruckt ist. Wer seine Visitenkarten gestalten möchte, kann mit wenigen Regeln viel richtig machen. Hier sind unsere neun.
Visitenkarten gestalten: Die 9 Regeln
Regel 1: Weniger ist mehr
Eine Visitenkarte ist kein Prospekt. Auf 85 mal 55 Millimetern, dem in Deutschland üblichen Format, gehören die wichtigsten Informationen und nicht mehr. Freiraum ist kein verschenkter Platz, sondern sorgt dafür, dass das Wesentliche wirkt.
Regel 2: Der richtige Inhalt
Das gehört in der Regel auf eine Visitenkarte:
- Name und, wenn hilfreich, akademischer Titel
- Funktion oder Position
- Firmenname und Logo
- Telefonnummer, gegebenenfalls Mobilnummer
- E-Mail-Adresse
- Website
- Anschrift, sofern Kunden Sie besuchen oder Post schicken
Faxnummer, drei Telefonnummern und fünf Social-Media-Profile? Fragen Sie sich ehrlich, worüber Sie wirklich kontaktiert werden möchten.
Regel 3: Lesbare Schrift
Die häufigste Schwäche, die wir sehen: zu kleine Schrift. Für Kontaktdaten sollte die Schriftgröße je nach Schriftart nicht unter etwa 7 bis 8 Punkt liegen. Verwenden Sie maximal zwei Schriftarten, idealerweise die aus Ihrem Corporate Design. Verschnörkelte Schreibschriften sehen auf dem Bildschirm schön aus, sind in klein gedruckt aber kaum lesbar. Und bedenken Sie: Ihre Kunden sind nicht alle zwanzig.
Regel 4: Kontrast beachten
Hellgraue Schrift auf weißem Papier oder dunkelblaue Schrift auf schwarzem Grund wirkt elegant, bis jemand die Karte bei Kunstlicht lesen will. Achten Sie auf ausreichenden Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund.
Regel 5: Das Logo als Anker
Das Logo sorgt für Wiedererkennung und sollte gut sichtbar sein, aber nicht die halbe Karte füllen. Verwenden Sie die Originaldatei Ihres Logos in hoher Qualität, am besten als Vektorgrafik. Ein unscharfes Logo, kopiert von der Website, fällt im Druck sofort auf.
Regel 6: Die Rückseite nutzen, aber sinnvoll
Die Rückseite bietet Platz für Ihren Slogan, Ihre Leistungen in Stichworten, eine Terminerinnerung oder einen QR-Code, der auf Ihre Website oder Ihre Kontaktdaten führt. Wer gerne Notizen auf Karten macht, freut sich auch über eine unbedruckte, beschreibbare Rückseite. Tipp: Glänzend beschichtetes Papier lässt sich schlecht beschreiben.
Regel 7: Gutes Papier
Die Haptik entscheidet mit über den Eindruck. Eine Karte auf dünnem Papier, die sich in der Hand biegt, wirkt billig. Üblich sind Grammaturen von etwa 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter. Matte oder leicht strukturierte Papiere wirken edel, Veredelungen wie partieller Lack oder Prägung setzen Akzente. Hier lohnt es sich, Muster anzufordern.
Regel 8: Zum Erscheinungsbild passen
Die Visitenkarte ist Teil Ihres Corporate Designs. Farben, Schriften und Logo sollten mit Briefpapier, Website und Werbemitteln übereinstimmen. Eine Karte, die völlig anders aussieht als der Rest, verwirrt eher, als dass sie in Erinnerung bleibt.
Regel 9: Saubere Druckdaten
Viele Probleme entstehen erst in der Druckerei. Deshalb zum Schluss die technischen Grundlagen:
| Thema | Worauf achten |
|---|---|
| Farbmodus | CMYK für den Druck, nicht RGB vom Bildschirm |
| Beschnittzugabe | Hintergründe und randabfallende Elemente rundum über das Endformat hinaus anlegen, meist 1 bis 3 mm je nach Druckerei |
| Sicherheitsabstand | Texte und Logos einige Millimeter vom Rand entfernt platzieren |
| Auflösung | Bilder mit ausreichender Auflösung, üblich sind etwa 300 dpi in Druckgröße |
| Schriften | in der PDF-Datei einbetten oder in Pfade umwandeln |
| Dateiformat | druckfähiges PDF nach Vorgaben der Druckerei |
Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Druckerei zu Druckerei. Laden Sie die Datenblätter herunter, bevor Sie mit der Gestaltung beginnen, nicht danach.
Visitenkarten für das ganze Team
Sobald mehrere Mitarbeiter Visitenkarten brauchen, lohnt sich eine feste Vorlage. Darin sind Logo, Schriften, Farben und Positionen festgelegt, und für jede Person werden nur Name, Funktion und Durchwahl ausgetauscht. Das sorgt für einen einheitlichen Auftritt und spart bei jeder Nachbestellung Zeit und Abstimmungsaufwand. Legen Sie außerdem fest, wie Funktionsbezeichnungen geschrieben werden, ob mit oder ohne Titel, auf Deutsch oder Englisch. Nichts wirkt uneinheitlicher als ein Team, in dem jeder seine Position anders bezeichnet. Und bestimmen Sie eine Person, die Bestellungen sammelt und die Druckdaten verwaltet.
Häufige Fehler auf einen Blick
- Tippfehler in E-Mail-Adresse oder Telefonnummer: Lassen Sie eine zweite Person Korrektur lesen.
- Veraltete Daten: Nach einem Umzug oder Positionswechsel lieber neu drucken als von Hand korrigieren.
- Zu viele Farben und Effekte: Wirkt unruhig und unprofessionell.
- Kein Probedruck: Am Bildschirm sieht alles anders aus als auf Papier.
- Zu große Auflage: Wer 2.000 Karten bestellt, hat beim nächsten Positionswechsel einen Karton Altpapier.
Und im Alltag?
Die schönste Karte nützt nichts, wenn sie nicht dabei ist. Ein paar Karten gehören ins Portemonnaie, in die Laptoptasche und ins Handschuhfach. Und wenn Sie eine Karte erhalten, schauen Sie sie kurz an, bevor Sie sie einstecken. Das ist nicht nur höflich, sondern zeigt, wie viel Wirkung eine gut gestaltete Karte in diesem Moment entfalten kann.
Wir helfen Ihnen gerne
Sie möchten neue Visitenkarten gestalten lassen oder Ihr gesamtes Erscheinungsbild von Logo bis Website auffrischen? Das Marketing-Team der Mittelstandsoptimierer unterstützt Sie bei Gestaltung, Druckdaten und Abstimmung mit der Druckerei. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




