Heute in genau drei Monaten, am 14. Januar 2020, stellt Microsoft den Support für Windows 7 ein. Danach gibt es für normale Nutzer keine Sicherheitsupdates mehr. Trotzdem laufen in vielen Betrieben in Mainz und Umgebung noch etliche Windows-7-Rechner: am Empfang, in der Werkstatt, an der Maschine, beim Chef. Wenn das bei Ihnen auch so ist, wird es Zeit. Der Windows-7-Umstieg auf Windows 10 ist in drei Monaten gut zu schaffen, wenn Sie jetzt anfangen. Hier ist unser Fahrplan.
Was bedeutet das Supportende konkret?
Die Rechner funktionieren am 15. Januar natürlich weiter. Aber neu entdeckte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Erfahrungsgemäß suchen Angreifer gezielt nach solchen Systemen. Dazu kommt: Hersteller von Software, Druckern und Branchenlösungen stellen die Unterstützung für Windows 7 nach und nach ein. Und aus Sicht des Datenschutzes ist ein Rechner ohne Sicherheitsupdates, der personenbezogene Daten verarbeitet, kaum noch zu rechtfertigen, denn die DSGVO verlangt angemessene technische Schutzmaßnahmen.
Übrigens: Am selben Tag endet auch der Support für Windows Server 2008 und 2008 R2. Wer noch einen alten Server im Keller hat, sollte ihn gleich mit auf die Liste setzen.
Fahrplan für den Umstieg auf Windows 10
| Zeitraum | Aufgabe |
|---|---|
| Oktober | Bestandsaufnahme, Software prüfen, Entscheidung Upgrade oder Neukauf |
| Anfang November | Hardware und Lizenzen bestellen, Testrechner einrichten |
| November | Pilotbetrieb mit einzelnen Arbeitsplätzen, Probleme sammeln und lösen |
| Ende November bis Mitte Dezember | Rollout auf alle Arbeitsplätze, gestaffelt nach Abteilungen |
| Januar | Puffer für Nachzügler, Restarbeiten, Altgeräte sicher entsorgen |
Warum so früh fertig sein? Weil im Dezember erfahrungsgemäß Urlaub, Jahresabschluss und Weihnachtsgeschäft dazwischenkommen. Und weil Lieferzeiten für Hardware kurz vor einem solchen Stichtag gern länger werden.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Listen Sie alle Rechner auf, die noch mit Windows 7 laufen. Notieren Sie Alter, Ausstattung und welche Programme darauf genutzt werden. Vergessen Sie nicht die Rechner, an die niemand denkt: der PC an der Zeiterfassung, der Rechner neben der CNC-Maschine, das Notebook im Besprechungsraum.
Schritt 2: Software prüfen
Der häufigste Stolperstein beim Windows-7-Umstieg ist nicht Windows selbst, sondern Fachsoftware. Fragen Sie bei Ihren Anbietern nach, ob Ihre Version unter Windows 10 läuft oder ein Update nötig ist. Prüfen Sie auch Treiber für Drucker, Scanner, Etikettendrucker und Spezialgeräte.
Schritt 3: Upgrade oder neuer Rechner?
Ein Upgrade des bestehenden Rechners kann sich lohnen, wenn die Hardware noch fit ist. Unsere Faustregel:
- Neuer Rechner sinnvoll: Gerät älter als etwa fünf Jahre, herkömmliche Festplatte statt SSD, wenig Arbeitsspeicher.
- Upgrade sinnvoll: jüngere Geräte mit SSD und ausreichend Arbeitsspeicher, idealerweise mit sauberer Neuinstallation statt Upgrade über das alte System.
- Lizenz beachten: Klären Sie, wie Sie die Windows-10-Lizenzen ordnungsgemäß beschaffen. Ein Gerät mit vorinstalliertem Windows 10 Pro ist oft der einfachste Weg.
Schritt 4: Pilotbetrieb
Stellen Sie zwei oder drei Kolleginnen und Kollegen, die mit Technik gut umgehen können, als Erste um. Sie finden die Probleme, bevor der ganze Betrieb sie hat. Wo liegen die Dateien? Funktioniert der Drucker? Läuft das Branchenprogramm?
Schritt 5: Rollout und Daten übernehmen
Planen Sie den Wechsel pro Arbeitsplatz so, dass die Person nicht einen ganzen Tag ausfällt. Denken Sie an die Übernahme von Dateien, Browser-Favoriten, Mail-Signaturen und gespeicherten Einstellungen. Eine kurze Einführung in Windows 10 nimmt Berührungsängste, denn das Startmenü sieht anders aus.
Schritt 6: Altgeräte richtig entsorgen
Ausgemusterte Rechner enthalten Kundendaten, Passwörter und E-Mails. Festplatten müssen vor Verkauf oder Entsorgung sicher gelöscht oder vernichtet werden. Lassen Sie sich die Vernichtung dokumentieren.
Und wenn es nicht rechtzeitig klappt?
Microsoft bietet Unternehmen für Windows 7 kostenpflichtige erweiterte Sicherheitsupdates an, die sogenannten Extended Security Updates. Sie sind für bis zu drei Jahre buchbar, werden aber jedes Jahr teurer. Das ist eine Notlösung für einzelne Rechner, die zum Beispiel wegen einer Spezialsoftware nicht umgestellt werden können, keine Strategie für den ganzen Betrieb. Alternativ können solche Rechner vom Internet und vom restlichen Netz getrennt werden. Klären Sie das mit Ihrem IT-Dienstleister.
Was sich mit Windows 10 im Alltag ändert
Windows 10 ist kein Hexenwerk, aber ein paar Dinge laufen anders als gewohnt, und darauf sollten Sie vorbereitet sein:
- Updates im Halbjahrestakt: Neben den monatlichen Sicherheitsupdates veröffentlicht Microsoft regelmäßig größere Funktionsupdates. Legen Sie fest, wann diese installiert werden, damit sie nicht mitten im Arbeitstag starten.
- Datenschutzeinstellungen: Windows 10 übermittelt Diagnosedaten an Microsoft. Konfigurieren Sie die Einstellungen bewusst und schränken Sie die Übermittlung so weit ein, wie es Ihre Edition erlaubt.
- Microsoft-Konto: Bei der Einrichtung schlägt Windows gern ein privates Microsoft-Konto vor. Im Betrieb sollten Rechner mit Firmenkonten oder lokalen Konten eingerichtet werden.
- Verschlüsselung: Windows 10 Pro bringt BitLocker mit. Nutzen Sie die Gelegenheit und verschlüsseln Sie vor allem Notebooks.
Office nicht vergessen
Bei der Gelegenheit lohnt ein Blick auf Ihre Office-Version. Für Office 2010 endet der Support im Oktober 2020. Wer jetzt ohnehin Rechner tauscht, sollte das gleich mit einplanen, statt in einem Jahr wieder alle Arbeitsplätze anzufassen.
Checkliste für den Windows-7-Umstieg
- Alle Windows-7-Rechner und Server mit Windows Server 2008 erfasst
- Fachsoftware und Treiber auf Windows-10-Tauglichkeit geprüft
- Entscheidung Upgrade oder Neukauf getroffen, Bestellung ausgelöst
- Pilotarbeitsplätze umgestellt und getestet
- Rollout-Plan mit Terminen für alle Arbeitsplätze
- Datensicherung vor jeder Umstellung
- Altgeräte datenschutzgerecht entsorgt
Wir helfen Ihnen gerne
Drei Monate sind genug Zeit, aber nicht übermäßig viel. Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer übernimmt für Sie Bestandsaufnahme, Beschaffung, Einrichtung und Datenübernahme, auf Wunsch auch außerhalb der Geschäftszeiten, damit Ihr Betrieb weiterläuft. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




