Windows 7 endet am Dienstag: Die letzten Schritte


Es ist Samstag, und am Dienstag ist es so weit: Am 14. Januar 2020 ist Windows-7-Supportende, so wie es Microsoft seit Jahren angekündigt hat. Danach gibt es für Windows 7 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Wer seine Rechner längst umgestellt hat, kann diesen Beitrag entspannt überspringen. Für alle anderen haben wir zusammengefasst, was jetzt noch sinnvoll ist, welche Notlösungen es gibt und worauf Sie ab Mittwoch achten sollten. Keine Panik, aber bitte auch kein „Läuft doch noch“.

Was passiert am Dienstag genau?

Ehrlich gesagt: zunächst nichts Sichtbares. Ihre Windows-7-Rechner starten am Mittwoch ganz normal. Was sich ändert, ist unsichtbar: Neu entdeckte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Mit jedem Monat ohne Updates wächst das Risiko, dass ein solcher Rechner über eine bekannte Lücke angegriffen wird. Dazu kommt, dass Hersteller von Browsern, Virenschutz und Fachsoftware die Unterstützung nach und nach einstellen. Auch der Virenschutz Microsoft Security Essentials wird für Windows 7 nicht mehr weiterentwickelt.

Am selben Tag endet der Support für Windows Server 2008 und 2008 R2. Falls noch ein solcher Server im Betrieb läuft, gilt alles in diesem Beitrag auch für ihn, und zwar besonders, denn auf Servern liegen meist die wichtigsten Daten.

Windows 7 Supportende: Die letzten Schritte für dieses Wochenende und Montag

  1. Bestand ehrlich zählen: Wie viele Rechner laufen tatsächlich noch mit Windows 7? Gehen Sie einmal durch alle Räume, auch Lager, Werkstatt und Empfang.
  2. Letzte Updates einspielen: Sorgen Sie dafür, dass die verbliebenen Rechner wenigstens alle bis Dienstag verfügbaren Updates haben.
  3. Datensicherung prüfen: Liegen auf diesen Rechnern lokale Daten, die nicht gesichert werden? Kopieren Sie sie auf den Server oder in die Sicherung.
  4. Kritische Rechner priorisieren: Welche Geräte nutzen Mail, Internet und Onlinebanking? Diese müssen zuerst umgestellt oder ersetzt werden.
  5. Termine fest vereinbaren: Für jeden verbliebenen Rechner einen Umstellungstermin in den nächsten Wochen festlegen, nicht „irgendwann im Frühjahr“.

Wenn ein Rechner nicht rechtzeitig umgestellt werden kann

Manchmal gibt es gute Gründe, warum ein Rechner nicht sofort wechseln kann: eine Maschinensteuerung, eine alte Fachanwendung oder schlicht Lieferzeiten. Dann haben Sie drei Möglichkeiten:

Möglichkeit Für wen geeignet Zu beachten
Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) kaufen einzelne Geschäftsrechner, die noch einige Monate laufen müssen kostenpflichtig, pro Gerät und Jahr, Preis steigt jährlich, nur für Unternehmenseditionen
Rechner isolieren Spezialrechner an Maschinen oder Messgeräten kein Internet, keine Mails, möglichst eigenes Netzsegment, Datenaustausch kontrolliert
Kurzfristige Übergangslösung Arbeitsplätze, deren neuer Rechner bestellt ist Surfen und Mail nur noch auf einem aktuellen Gerät, klare Frist

Was keine Lösung ist: einfach weitermachen und hoffen. Gerade der Rechner, über den die Buchhaltung Onlinebanking macht, darf nicht ohne Sicherheitsupdates im Internet hängen.

Was ab Mittwoch im Betrieb gelten sollte

Für die Übergangszeit empfehlen wir klare Regeln, die alle kennen:

  • Auf Windows-7-Rechnern keine Mails öffnen und nicht im Internet surfen, wenn es irgendwie vermeidbar ist
  • Keine USB-Sticks von außen an diesen Rechnern
  • Kein Onlinebanking und keine Anmeldung an Kundenportalen
  • Virenschutz, der Windows 7 noch unterstützt, aktuell halten
  • Jeder Rechner hat ein festes Umstellungsdatum, das jemand im Blick behält

Datenschutz nicht vergessen

Die DSGVO verlangt, dass personenbezogene Daten mit Maßnahmen geschützt werden, die dem Stand der Technik entsprechen. Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates, auf dem Kundendaten verarbeitet werden, ist damit schwer vereinbar. Kommt es zu einem Sicherheitsvorfall, wird man Sie fragen, warum das System noch im Einsatz war. Eine dokumentierte Übergangsplanung mit festen Terminen ist hier deutlich besser als nichts.

Schnelle Antworten auf Fragen, die uns gerade oft erreichen

Funktioniert Windows 7 nach Dienstag noch?

Ja. Windows 7 lässt sich weiter starten und benutzen. Es fehlen nur die Sicherheitsupdates, und genau das ist das Problem.

Hilft ein guter Virenschutz nicht aus?

Er hilft, ersetzt aber keine Updates. Ein Virenschutz erkennt bekannte Schadsoftware, schließt aber keine Lücken im Betriebssystem. Und auch Antivirenhersteller werden Windows 7 nicht ewig unterstützen.

Was ist mit Office?

Prüfen Sie bei der Gelegenheit Ihre Office-Version. Für Office 2010 endet der Support im Oktober dieses Jahres. Wer ohnehin Rechner neu einrichtet, sollte das gleich mitplanen.

Die Umstellung als Chance

Wer jetzt neue Rechner einrichtet, sollte gleich ein paar Dinge mitnehmen, die im Alltag lange liegen geblieben sind:

  • Festplattenverschlüsselung bei Notebooks aktivieren
  • Benutzer ohne Administratorrechte arbeiten lassen
  • Dateien zentral statt auf dem Desktop speichern
  • Passwörter erneuern und keine geteilten Konten mehr nutzen
  • Updates für Windows 10 zentral steuern, damit sie nicht mitten in einer Präsentation starten

Und die alten Rechner?

Bitte nicht einfach in den Keller stellen oder an Mitarbeitende verschenken, ohne die Festplatte sicher zu löschen. Auf alten Rechnern finden sich Passwörter, Mails und Kundendaten. Lassen Sie Datenträger fachgerecht löschen oder vernichten und lassen Sie sich das bestätigen.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie haben noch Windows-7-Rechner im Betrieb und wissen nicht, wie Sie das bis Dienstag oder in den nächsten Wochen lösen sollen? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer hilft schnell und pragmatisch: mit Übergangslösungen, Beschaffung, Einrichtung und sicherer Entsorgung. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0, ab Montag früh sind wir für Sie da.

Herzliche Grüße aus Mainz

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